Bericht Halbtagesausflug - Gemeinnütziger Frauenverein Urdorf

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Bericht Halbtagesausflug

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Feldschlösschen verbindet Baukunst und Braukunst

Unter diesem Motto verwandelt sich unser ½-Tages-Ausflug zum Abend-Ausflug am 10. April.

Der Kleber am Fenster des reservierten SBB-Wagens verrät uns, dass uns bis Rheinfelden keine Steh- sondern Sitzplätze garantiert sind.




Die Stimmung ist offensichtlich gut und die rege und lautstarke Diskussion zeigt, dass wir uns nicht im Ruhewagen, sondern in der Family-Zone befinden...

In Rheinfelden schliesst sich ein erster Spaziergang ins Schloss an.



Am "grünen" Besammlungspunkt werden wir von einem jungen studierten Architekten empfangen, der uns durch die Anlage führen wird.



Gleich werden wir verkabelt und jedefrau erhält einen kleinen Mann ins Ohr. Damit ist eines der häufigsten Übel bei Führungen ausgemerzt, die fehlende Verständlichkeit. Sehr komfortabel!



So weiss man auch zum Voraus, wenn es tüchtig die Treppe hochgeht, denn der Kreislauf wird nicht nur bei uns gefordert, auch der junge Herr im orangen Gilet lässt uns über Funk an seiner doch etwas erschwerten Atmung teilhaben...



So landen wir denn als erstes auf dem Dach der alten Brauerei, mit herrlicher Aussicht auf den alten Brauturm und über die ganze Anlage, in der 1876 der Brauer Theophil Roniger und der Bauer Mathias Wüthrich den ersten Sud ansetzten. Im ersten Braujahr produzieren die beiden 4000 hl Bier.


Alter Brauturm, mit 36 m Höhe das höchste Gebäude der grössten Bierbrauerei der Schweiz.



Niemand weiss genau, aus wie vielen Backsteinen das Schloss gebaut ist. Vermutlich sind es Millionen der dunkelroten, eisenoxidhaltigen Klinkerbacksteine und der hellgelb gebrannten Backsteine ohne "Rostzusatz".  Der grössere Teil der Anlage ist im Burgenstil des Historismus erbaut und steht als Kulturgut von nationaler Bedeutung unter Denkmalschutz.
Als Fassadenmaterial ist Backstein recht pflegeleicht, nur die Mauerkronen sind aus wetterfesterem Granit.



Bei den nachträglich angebauten Gebäuden – wie hier beim Sudhaus mit den Typischen "Tudorbogen" ist der Backstein nur noch Fassade, tragende Mauern sind aus Beton.


Prunkstück jeder Brauerei ist das Sudhaus mit klassischer Architektur und den riesigen Kupferpfannen. Aber auch hier hat die modernen Technik Einzug gehalten – lediglich 2 Braumeister überwachen den vollelektronisch gesteuerten 24-Stunden-Betrieb.

Aber auch hier gilt: Kupfer ist nur noch Fassade – die eigentlichen Bottiche bestehen aus Chromstahl, deren Reinigung automatisch erfolgt. Die Putzarbeit von Hand beschränkt sich auf das Polieren des Kupfers...



Direktor Theophil Roniger hat sich im Sudhaus schon zu Lebzeiten ein Denkmal in Form eines Glasfensters gesetzt.

Die ganze Gruppe posiert im Sudhaus.



Ohne Kühlung geht gar nichts. Dieses gewaltige Ungetüm ist allerdings ausser Betrieb und durch moderne Kältekompressoren ersetzt worden.



Rund zwei Dutzend verschiedene Biersorten werden von Feldschlösschen gebraut, darunter auch das Cardinal-Bier nach Freiburger Originalrezept, allerdings nicht zur ungeteilten Freude unserer Westschweizer Landsleute...
Zum Trost: Feldschlösschen selber ist auch nicht selbständig, sondern seit dem Jahr 2000 Teil der internationalen dänischen Carlsberg-Gruppe.




Auf Tradition wird geachtet: So sind nicht weniger als 5 Vollzeitstellen für die Pflege der belgischen Kaltblutpferde vorhanden. Feldschlösschen hat das einzige 6-er-Gespann der Schweiz. In fast 200 Einsätzen pro Jahr sind die mächtigen Pferde Botschafter für Feldschlösschen in der ganzen Schweiz.



Im Oldtimer-Museum sind ehemalige Transportfahrzeuge ausgestellt.
Der grösste Teil der Produktion wird aber heute noch per Bahn in die 9 Depots der Schweiz transportiert.



Zum Abschluss degustieren wir im Restaurant verschiedene Biere, bevor wir uns auf den Heimweg machen und rückblickend nochmals die romantische Architektur bei künstlicher Beleuchtung bewundern.






Im Wartsaal in Rheinfelden herrscht Bombenstimmung, nicht bierselig, aber richtig lustig.
Offensichtlich hat das auch Auswirkungen auf den SBB-Kondukteur: nach anfänglich gezeigter Härte lässt er sich milde stimmen und organisiert einen ausser Fahrplan stehenden Halt in Altstetten. Hat er Zweifel, ob wir ein zusätzliches Umsteigen in Baden verkraften?
Zu Hause war ein Schlummerbier unnötig – müde vom Erlebten sank man in Morpheus' Arme.



Letztes Update dieses Dokuments am 23.4.2018

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